Die Schlendergäng: Spaziergänge für Achtsamkeit und Kopf...

Die Schlender-Gäng

Bei uns in der Agentur, Marke Mensch Natur aus Karlsruhe, haben wir es eingeführt Freitag Nachmittags bewusst und einfach mal etwas zu tun, dass den Kopf wieder frei und aufnahmefähig macht für Neues. So kamen wir auf das Schlendern. Durch den Alltag „schlendern“ – wer macht das heute überhaupt noch? Und zwar so, dass er kein schlechtes Gewissen hat, die Zeit arbeitet dagegen und man verpasst womöglich etwas. Schlendern Rentner locker und flockig durch den Alltag? Oder schleppen die sich mehr? Warum? Aus dem Gedanken des losgelösten Schlenderns, entsprang auch unser Gedanke, dass Schlendern nichts anderes ist wie „Loslassen“ und „Entspannen“. Heisst – es ist ein Ansatz der zu Heilung der inneren Welt beitragen kann. Nein, nicht kann, sondern beiträgt. Alleine für sich selbst zu schlendern ist supertoll. Diese Ruhe im Wald, dieses Nichtstun, diese immer mehr zunehmende Erholung und Befreiung von Alltagslasten. Endlich mal den ganzen Scheiss abzuschütteln und sozusagen „Rauszuschleudern, äh zu Schlendern“, was den Körper verhärtet. Die Hockerei sollte zur Lockerei werden – immer mal wieder, und eigentlich so oft es geht. Aber weil das Schlendern zusammen noch viel mehr Spaß macht, und womöglich auch noch lustige soziale Verbindungen hervorbringt, entsprang ganz spontan der Name „Schlender-Gäng“. Was macht diese Schlender-Gäng nun, und wieviele Gäng-Mitglieder hat sie?

Schlendern – das neue Hetzen

Was aber nun macht diese Schlendergäng denn eigentlich? Nichts einfacher als das – die Schlender-Gäng schlendert einfach. Im Wald, in Parks, in der Fußgängerzone, durchs Kaufhaus, einfach überall dort, wo man mit beiden Füßen auf dem Boden stehen, und sich irgendwie schlendernd fortbewegen kann. Die Anzahl der Gäng-Mitglieder ist beliebig wenig, bis beliebig viel. So wie es sich herum spricht. Man kann gemeinsam zu einem Café schlendern, oder durch die halbe Stadt, um neue Orte zu entdecken. Man kann schlendern und glotzen, schlendern und lachen, schlendern und tratschen, schlendern und hören, schlendern und entdecken, schlendern und singen, schlendern und hüpfen, schlendern und schweigen, schlendern und sich wundern. Vor allem letzteres ist ein netter Nebeneffekt, der sich beim Schlendern einstellt – das Wundern. Man wundert sich zum Einen, warum man überhaupt nicht mehr schlendert? Denn es tut doch eigentlich auch gut. Oder man wundert sich, weil keiner mehr schlendert um einen herum, sondern nur noch hetzt und schon fast rennt. Man wundert sich, dass man vor dem Schlendern körperlich angespannter war, und wundert sich noch mehr, warum sich viele andere so angespannt durch die Welt bewegen? Man wundert sich, warum man plötzlich das Gefühl von mehr Zeit hat, obwohl man zu Beginn innerlich am liebsten schon wieder was anderes machen würde. Man wundert sich, warum die Wahrnehmung feiner wird, und man fragt sich irgendwann, warum man eigentlich nicht schon früher zum Schlenderheimer geworden ist?

Eine City schlendert – einfach mitmachen

Eine Idee für jede Stadt wäre, wenn die Initiatoren jeder Schlendergäng mit jedem Schlender-Gang eine Art freiwillige Maut-Gebühr für die geschlenderte Strecke erheben. Diese Maut wird von der Stadt dann dafür eingesetzt, die erprobt und erschlenderte Strecke mit einem offiziellen Schlender-Schild auszustatten, um anderen Mitmenschen zu signalisieren, dass hier schon geschlendert wurde, und eben geschlendert werden darf. Was für eine schöne Aufmerksamkeit, mögen sich da so manche Weggefährten innerhalb der Stadt dann denken, die diese Schilder sehen. Ein Aufruf zu weniger Hetzterei in der City, zu mehr Coolness, zu mehr Aufmerksamkeit an jenen Geschäften an denen man vorbei fast schon vorbei rennt – und ab dann vielleicht auch mal hinein schlendert, weil man etwas interessantes entdeckt hat.

Vielleicht kann das Schlendern durch die City auch dem Einzelhandel neue Ideen und Kunden liefern. Wer weiß schon, was aus einer spaßigen Bewegung so alles werden kann? Wenn sich die Schlender-Gäng am Ende eines Schlender-Gangs z.B. mit den Fans der Slow-Food Bewegung ergänzt, und gemeinsam einfach einen Happen unter ganz normalen Menschen zu sich nimmt.

Merci fürs Dabeisein. ;-)

By

Christian Götz

on

August 7, 2019

...

Highlights
Marke

Staunen, entdecken, fantasieren, spielen oder freuen.

Warum gutes und faszinierendes Kinderspielzeug heute wichtiger ist als jedes neue Smartphone.

Mensch

Wie aus Abfall ein feines und liebevolles Kunstobjekt entsteht

Der US-Künstler Tom Deininger nimmt den Müll der „Reichen“ und verkauft diesen als Kunst zurück.

Utrecht

Wie eine Stadt wie Utrecht mit dem Fahrrad das Autofahren reduziert

Das Beispiel Utrecht ist nicht neu, aber immer wieder bewundernswert, wie eine Stadt seinen...

Neues zack per E-Mail

Newsletter-Anmeldung